23.03.2018 - 22.04.2018 | Ausstellungen

„Don’t Stop Thinking!“

Die Ausstellung „Don’t Stop Thinking!“ bietet Einblicke in das komplexe Werk des 2016 verstorbenen Architekten Joost Meuwissen und ist Aufforderung und Inspiration, die alltäglichen Dinge unserer Städte aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Gezeigt werden ausgewählte Projekte, Zeichnungen, Texte und Filme sowie Werke der Malerin Marian Plug, die das Schaffen von Joost Meuwissen permanent begleitet hat.

„Don’t Stop Thinking!“ – Die Denkräume des Joost Meuwissen ist keine „normale” Architekturausstellung. Es gibt nur wenige Grundrisse und Schnitte sehen, keine Modelle oder Fotos von fertiggestellten Gebäuden. Trotzdem ist es eine umfangreiche Ausstellung über Architektur, Städtebau und allem, was damit zusammenhängt. Hier hängt alles mit allem zusammen.

Joost Meuwissen dachte stets um die Ecke, hat unablässig dem scheinbar Banalen eine unerwartete Wichtigkeit gegeben, Projekte und Planungen aus spitzen Blickwinkeln betrachtet und sie metaphorisch aufgeladen. Theorie und Praxis waren immer eins: “Practice is theory!” Ihm war wichtig „die Theorie im Entwurf denken zu können, statt wie üblich, mit dem Denken ganz aufzuhören, wenn man zu zeichnen anfängt.“

Joost Meuwissen (1950–2016) war in den letzten 30 Jahren für die Fachgebiete Architektur und Stadtplanung ein herausragender und immer unangepasster Denker. Sein imposantes Werk, es umfasst eine beachtliche Fülle an Texten, Zeichnungen, Projekten, Vorträgen, Interviews, aber auch Radio- und TV Sendungen, soll weiterhin den Diskursraum bereichern. Seine unkonventionellen, poetischen und äußerst präzisen
Formulierungen sind eine Herausforderung und Provokation für den Ist-Zustand des Architekturdiskurses.

Meuwissen studierte Architektur in Delft, promovierte in Eindhoven und arbeitete in Amsterdam als Architekt, Kritiker und Chefredakteur der Zeitschrift Wiederhall. Seine Lehrtätigkeit führte ihn über verschiedene Institutionen in den Niederlanden an die Universität in Karlsruhe, dann ab 1995 an die Technische Universität Graz mit einem Zwischenstopp an der Akademie der bildenden Künste in Wien.

Im Sommer 1971 absolvierte Joost Meuwissen 21-jährig, ein Praktikum bei der Steiermärkischen Landesregierung (Abteilung Raumplanung). 22 Jahre später hielt er im Rahmen der Vortragsreihe „STADT IM ARSCH“ einen Vortrag an der Technischen Universität Graz, sein Thema: „Die Zukunft des Städtebaus im Wandel des städtischen Raumes.” Damit
schufen Grazer Studierende, die ihn zu dieser Veranstaltung von
FAKARCH eingeladen hatten, die Basis für seine spätere Berufung zum ordentlichen Professor für Städtebau und Entwerfen.

Seine Denkräume lassen sich an den frühen Zeichnungen, mitunter an „Ulysses’ Homecoming“ (ca. 1969) erahnen. Sowohl in seinen Entwürfen, als auch in den Vorlesungen war das Medium Zeichnung zentraler Bestandteil. Die Skizzen zeigen exakt jene Themen, die ihn intensiv beschäftigten.
Vielleicht verwirren sie auf den ersten Blick, doch eröffnen
sie ein Universum von Referenzen und Assoziationen, die Geschichte, Theorie und Kultur in den Mittelpunkt rücken. Zeichnung und Text sind reziprok; wenn Schrift zur Formulierung eines Gedankens nicht ausreicht, schreibt die Skizze weiter.
Die Ausstellung „Don’t Stop Thinking!“ ist eine räumliche Zusammenstellung ausgewählter Projekte, Zeichnungen, Texte und Filme, teilweise mit noch nie gezeigten Dokumenten aus dem Archiv, ergänzt mit Werken der Malerin Marian Plug, die das Schaffen von Joost Meuwissen permanent begleitet hat.

Ausstellungsdauer: 23. März – 22. April 2018
Öffnungszeiten: Di. – So. 10 – 18 Uhr

Foto: Joost Meuwissen: "Ulysses' Homecoming", späte 1960er Jahre – © Joost Meuwissen

Veranstaltungstermin / -dauer 23.03.2018 - 22.04.2018
Veranstaltungsort / Treffpunkt
Graz
Haus der Architektur
Mariahilferstr. 2
8020 Graz