Leichtestrich mit integriertem Brandschutz

Bei der Aufstockung eines Gebäudes aus den 1950er-Jahren wurde ein Leichtestrich auf einer vorhandenen Stahlbetonrippendecke gesucht. Der Aufbau sollte inklusive Parkettbelag nur 7 cm betragen und zudem der Feuerwiderstandsklasse F 90 entsprechen. Architekt, Bodenleger und Uzin-Berater wählten für den Boden das dreischichtige Turbolight-System, das mit geringem Gewicht und hoher Festigkeit Höhenunterschiede flexibel ausgleicht und mit einer Promatect-H-Platte als vierter Komponente F 90 erfüllt. Das Verbundsystem sorgt zudem für eine gute Trittschalldämmung und ist für alle Belagsarten geeignet.

Gebäude aus der Nachkriegszeit weisen häufig eine Rippendecke aus Stahlbeton auf. Ihre bauphysikalischen Eigenschaften hängen u.a. von der Dichte und Masse der Platte ab. In der Regel sind ihre schalltechnischen Eigenschaften jedoch eher ungünstig, und auch in Bezug auf den Brandschutz muss bei Umbauten und Sanierungen nachgebessert werden. „Dies ist eine Bauaufgabe, die wir beim Bauen im Bestand häufig antreffen“, erklärt Architekt Stephan Däfler vom Büro db³ in Stuttgart. Das materialsparende Bauen der 1950er- und 60er-Jahre mit relativ dünnen Decken und wenig Masse entspricht nicht den heutigen Anforderungen in Bezug auf Brandschutz, Schalldämmung und Tragfähigkeit.

Die Anforderungen
Da das alte Steildach abgerissen wurde, galt für die neuen Wohnungen das heutige Baurecht. Nach Einstufung in die Gebäudeklassen 4 und 5 musste der Leichtestrich die höheren Feuerwiderstandsklassen F 60 und F 90 aufweisen. Außerdem lagen Einschränkungen beim Gewicht des Bodens vor. Da der Bauherr Parkett und großformatige Fliesen in den Wohnungen wünschte, musste gleichzeitig eine ausreichende Lastaufnahmefähigkeit gegeben sein und zudem Unebenheiten von 1 bis 5 cm ausgeglichen werden. „Wir empfehlen das Turbolight-System vor allem, wenn Unterkonstruktionen im Bestand eine begrenzte Tragfähigkeit aufweisen“, erklärt Michael Säle, Estrichfachmann bei Uzin. Bei der vorhandenen Stahlbetonrippendecke wirkte sich sowohl das geringe Flächengewicht als auch die niedrige Aufbauhöhe des Turbolight-Systems positiv auf die Statik und die Deckenhöhe aus. „Wichtig war uns auch die gute Schalldämmung von rund 10 dB“, so Architekt Däfler. „Der Schallschutz ist bei klassischen Stahlbetonrippendecken nicht besonders gut. Ohne separate Aufbauten lässt sich der Trittschall mit dem Turbolight-System bereits beträchtlich reduzieren.“

Leichtestrich für hohe Brandschutzanforderungen
Dünn, leicht und äußerst tragfähig: Die drei Komponenten des Uzin Turbolight-Systems – Leichtausgleichsmörtel, Glasgelege und Dünnestrich – verbinden sich zu einer versteifenden Verbundkonstruktion mit großer Festigkeit, die Lasten gleichmäßig an den Untergrund ableitet. Trotz des niedrigen spezifischen Gewichts ist die Lastaufnahmefähigkeit des Leichtestrichs sehr hoch. Mit einer Promatect-H-Platte als vierter Komponente ist das bereits hochfeuerhemmende System zudem für sehr hohe Brandschutzanforderungen gerüstet. Eine offizielle Brandprüfung wurde erfolgreich absolviert. Das System erfüllt die Feuerwiderstandsklasse F 90, wie das allgemeine bauaufsichtliche Prüfzeugnis der MFP Leipzig bestätigt. „Ein geringes Gewicht bei Problemen mit der Statik ist eine Eigenschaft, die der Boden bei Sanierungen und Renovierungen im Bestand oft erfüllen muss“, erklärt Steffen Tröger, technischer Leiter der Niederlassung Stuttgart beim ausführenden Böhmler Einrichtungshaus. „Das Turbolight-System ist eine sehr flexible Bodenkonstruktion. Es lässt sich außerdem schnell und effizient verarbeiten.“

Einfache Verarbeitung: Leichtbausystem von Uzin mit Promatplatte
Zunächst wird der vorbereitete Untergrund mit Uzin PE 360 Plus grundiert und anschließend der Leichtausgleichsmörtel Uzin SC 914 Turbo aufgebracht. Er kann mit der Estrichpumpe angemischt und an den Arbeitsort gepumpt werden, lässt sich aber auch im Mischeimer oder Freifallmischer verarbeiten. Mit einem Estrichschwert wird er in der gewünschten Schichtdicke ausgebracht und mit einer Richtlatte planeben abgezogen. Mit dem Glättschwert wird die Oberfläche leicht verdichtet. Bei unebenem Untergrund ist ein Auszug auf Granulatstärke von rund 5 mm problemlos möglich. Beim Boden im neuen Dachgeschoss betrug der Aufbau zwischen 1 und 4 cm. Die gebundene Schüttung war nach zwei Tagen begehbar, sodass das Renoviervlies Uzin RR 201 auf der erhärteten Oberfläche vollflächig mit mindestens 2 cm Überlappung verlegt werden konnte. Als dritte Komponente wurde der selbstverlaufende Dünnestrich Uzin NC 195 in 10 mm Stärke aufgetragen. Sobald er seine Belegreife erreicht hatte – und damit das System die nötige Festigkeit und Steifigkeit –, konnten die Promatplatten vollflächig verklebt werden. Verbleibende Unebenheiten und Anschlüsse im Treppenhaus wurden zuvor mit der Spachtelmasse Uzin NC 170 LevelStar Neu egalisiert.

Turbolight-System idealer Boden in Bestandsbauten – mit F 90
Bei Umbau- und Sanierungen in Altbauten treffen Planer und Bodenleger häufig auf schwierige unebene Untergründe mit niedrigen Aufbauhöhen, die zudem nur wenig Last aufnehmen können. Dazu kommen vermehrt hohe Anforderungen an den Brandschutz. „In diesem Bestandsbau spielten beim Boden die Tragfähigkeit und die für den Umbau geforderte Feuerwiderstandsklasse F 90 die wichtigste Rolle“, resümiert Estrichberater Michael Säle. „Wir haben mit dem Uzin Turbolight ein Bodensystem, das sich schnell verarbeiten lässt und sich bereits auf vielen Baustellen bewährt hat. Die Promatplatten können hervorragend in den Aufbau integriert werden und lösen nun zusätzlich das Brandschutzproblem“, bestätigt Steffen Tröger von der ausführenden Firma Böhmler. „Ein gutes System für den Bestand“, meint Architekt Däfler.

Bei einem Dachausbau in einem Mehrfamilienhaus aus den 1950er-Jahren kam das leichte und gleichzeitig äußerst tragfähige Bodensystem Uzin Turbolight mit Promatplatte zum Einsatz. | Foto: Uzin Utz AG
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